"Meine neue Tourenkamera "
1.Allgemeines: Bislang gab es bei Kameras nur zwei Alternativen: 1. klein, leicht, aber schlechte Bildqualität bei Schwachlicht wegen kleiner Sensoren, langsamer Autofokus, Sucherprobleme, keine Wechseloptik und 2. relativ klobig, schwer, aber gute Bildqualität bei Schwachlicht, guter Sucher, schnell, Wechseloptiken) Nun gibt es mit der Panasonic Lumix DMC-G1/GH1 und der Olympus PEN E-P1 zwei Alternativen, die zwar auf dem gleichen neuen Micro Four Thirds Prinzip und einer neuen Objektivserie beruhen, aber im Konzept sehr unterschiedlich sind. Während die Panasonic wie eine kleine Spiegelreflex aussieht, ist die E-P1 sowohl mit dem faltbaren Kitobjektiv ( 14-42mm, entspricht 28-84mm) als erst recht mit dem wesentlich lichtstärkeren und kleineren 17mm Pancake wesentlich kompakter. Sie wird dadurch grundsätzlich zur idealen Kamera für qualitätsbewußte Fotografen, die ihr gutes Stück auch auf Rad- und Skitouren mitnehmen und dabei stets griffbereit haben wollen.
2.Verarbeitung/Bedienung: Die Kamera steckt in einem Metallgehäuse und ist hervorrragend verarbeitet. Die Bedienung ist (wenn man sich mit den zahlreichen Variationsmöglichkeiten vertraut gemacht hat) rasch und einfach. Die Einstellmöglichkeiten stehen einer teuren Spiegelreflex um nichts nach, ohne Bedienungsanleitung ist ein Ausflug in die Tiefen des Menüs allerdings nicht anzuraten.
3.Aufnahme: Die Kompaktheit hat ihren Preis, es gibt keinen eingebauten Durchsichtssucher, man muss sich wie bei den Kompakten mit dem Display begnügen, das noch dazu nur unterdurchschnittlich auflöst, aber dafür auch bei Rückenlicht noch (einigermaßen) brauchbar bleibt. Der Autofokus auf Kontrastbasis liegt auf dem Schnelligtkeitsniveau guter Kompakter, also bei Schwachlicht noch immer deutlich unter Spiegelreflexniveau. Auch auf einen eingebauten Blitz muss man verzichten, was schon etwas schmerzt, weil man auch in der Natur immer wieder einmal etwas aufzuhellen hat.
4. Bildqualität: Sie liegt auf gutem Spiegelreflexniveau,
5. Fazit: Man muss als Besitzer dieser Kamera auf einige Dinge verzichten, die in dieser Preisklasse eigentlich Standard sind. Auf einen optischen oder den guten elektronischen Sucher der Panasonicschwester, auf den Blitz und auf einen schnellen Autofokus bei Schwachlicht. Für Kinder- und Sportaufnahmen sowie Familienfeste (Serien, Kurzfilme) ist sie daher sicherlich einer Spiegelreflex unterlegen, zumal auch der Akku etwas schwächelt und mit jenen meinen anderen Kameras (D50,D40,D700) nicht mithalten kann. Dennoch bleibt zumindest für mich mehr auf der Haben- als auf der Sollseite. Die E-P1 ist eine überaus solide, kompakte Kamera mit einem durchdachten Bedienungskonzept und ausgezeichneter Bildqualität. Ideal als Zweitkamera in seiner Funktion als Begleiter bei Berg-, Ski- und Radtouren. Das schwache Objektivangebot wird sich sich bald erweitern, Adapter für zahlreiche Fremdobjektive sind bereits jetzt vorhanden.